Glyzerin

[692] Glyzerin, Ölsüß, Scheelesches Süß, einfachster dreiwertiger Alkohol, in den Fetten an Fett- und Ölsäure gebunden, entsteht immer bei der weingeistigen Gärung des Zuckers; fabrikmäßig aus den Ablaugen der Kerzen- und Seifenfabrikation gewonnen. Farbloser, reinsüßer Sirup vom spez. Gewicht 1,265, erstarrt bei -40° und schmilzt dann bei +17°, siedet bei 290°; zieht an der Luft Feuchtigkeit an. Verwendet zur Darstellung von Likören und Essenzen, zur Verfälschung von Wein und Bier, in der Färberei und Kattundruckerei, zur Füllung von Gasuhren, zum Schmieren feiner Maschinenteile, zum Feuchthalten von Schnupftabak, Senf und Ton; in der Medizin zum Konservieren von Präparaten und zu Medikamenten; zu Seifen und Haarwässern, gegen spröde Haut etc. Es ist völlig ungiftig. Die Ester mit organischen Säuren heißen Glyzeride; die Glyzeride der Fett- und Ölsäuren sind die Fette (s.d.). – Vgl. Catillon (franz., 1903).

Quelle:
Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 1. Leipzig 1911., S. 692.
Lizenz:
Faksimiles:
Kategorien:
Ähnliche Einträge in anderen Lexika