Behr [2]

[461] Behr, Wilh. Jos., geb. 1775 zu Sulzheim, von 1799–1821 Prof. des Staatsrechts in Würzburg, auf dem Landtag von 1819 Führer der Opposition und deßhalb seiner Stelle entsetzt. In Folge einiger Reden, die er 1832 zu Gaibach gehalten, wurde er nach mehrjähriger Untersuchungshaft 1836 zur Abbitte vor dem Bildniß des Königs und zu unbestimmter Festungshaft verurtheilt, die er auf der Feste Oberhaus bei Passau antrat. 1842 durfte er in Regensburg unter polizeilicher Aufsicht wohnen, bis er 1848 völlige Freiheit erhielt, mit einer Entschädigung von 10000 fl. Zugleich wurde er in die Nationalversammlung gewählt; st. 1851 in Bamberg. Von seinen Schriften sind die bekanntesten: »Versuch über die Lehenherrlichkeit und Lehenhoheit« 1799; »System der Staatslehre« 1810; »Von den rechtlichen Gründen der Einwirkung des deutschen Bundes auf die Verfassung etc. seiner Gliederstaaten« 2. Aufl. 1820; »Lehre von der Wirthschaft des Staats« 1822.

Quelle:
Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1854, Band 1, S. 461.
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