Loire

[21] Loire, Loire (Loahr). Hauptfluß Frankreichs, entspringt am Westabhang der Cevennen im Depart. Ardêche, fließt zuerst nordwärts, dann nordwestwärts, endlich westwärts, hat eine Länge von 135 M., ein Stromgebiet von 2120 QM., nimmt 41 Nebenflüsse auf, ist 103 M. weit schiffbar, von Nantes für Seeschiffe, mündet meerbusenähnlich in den atlantischen Ocean. Die L. (bei den Alten Liger) ist durch Kanäle mit der Yonne, Seine und Saône verbunden. Das Depart. L., 87 QM. groß, mit 472000 E. in 3 Arrondissements, 28 Cantons u. 321 Gemeinden, ist gebirgig, hat steinigen, in den Flußthälern aber sehr fruchtbaren Boden, erzeugt kaum hinlänglich Getreide, viel Wein und Obst, Hanf, hat gute Viehzucht, reiche Steinkohlengruben, sehr bedeutende Industrie (St. Etienne). Hauptstadt ist Montbrison. Das Departement Ober-L. (Haute-L.), zwischen L. und Allier, 904/5 QM. groß, mit 304000 E. in 3 Arrondissements, 28 Cantons, 256 Gemeinden, ist von den Zweigen der Cevennen des Gebirgs von Auvergne erfüllt, hauptsächlich auf die Viehzucht angewiesen, hat Bergbau auf Steinkohlen, Antimon, Marmor, Mühl- und Bausteine, einige Industrie nur in den Städten. Hauptst. ist Le Puy. Das Departement der Unter-L. (L. infériéure), 1281/2 QM. groß, mit 535000 E. in 5 Arrondissements, 45 Cantons, 200 Gemeinden, hat Acker- und Weinbau, Viehzucht und Fischerei, Bergbau auf Eisen u. Steinkohlen, Seesalzbereitung, beträchtliche u. mannigfaltige Industrie, in der Hauptstadt Nantes den Mittelpunkt eines großartigen Binnen- und überseeischen Verkehrs.

Quelle:
Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1856, Band 4, S. 21.
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