Nase

[296] Nase (nasus), das Organ des Geruchsinnes. Man unterscheidet die äußere N. u. die N.nhöhle. Die äußere N. hat eine feste Grundlage, von oben her die N.nknochen, abwärts gegen die Spitze die N.nknorpel; besteht aus der N.nwurzel, unterhalb der Stirne, dem N.nrücken, der N.nspitze u. den N.nflügeln. An dem 3eckigen Grunde der äußeren N. befinden sich die beiden N.nlöcher (nares), zwischen diesen die knorpelige N.nscheidewand (septum narium). Die N. nhöhle oder die innere N. hat einen sehr zusammengesetzten Bau u. wird umgeben von dem Stirnbein, Siebbein, Keilbein, den Thränenbeinen. den Oberkieferknochen, den Gaumenknochen und den N.nknochen. Durch das Pflugscharbein, das eine nach vorn gehende Scheidewand in ihr bildet, wird sie in 2 Hälften getheilt, in deren jeder sich 3 knöcherne N.nmuscheln (conchae narium) befinden, die beiden obern dem Siebbein angehörend, die untere einen eigenen Knochen bildend. Nach hinten öffnet sich die N.nhöhle durch die Choanen in den Schlund. Außerdem steht sie noch mit der Schädelhöhle in Verbindung durch mehre kleine Oeffnungen in der Siebplatte, die jedoch durch Weichtheile, namentlich die Riechnervenäste, verschlossen sind, ferner mit der Augenhöhle durch den Thränenkanal, durch kleine Kanäle mit den Höhlen des Stirnbeins, Keilbeins [296] und des Oberkiefers. Die ganze N.nhöhle ist mit einer ziemlich dicken, weichen Schleimhaut überzogen, welche reich an Gefäßen u. Nerven, sowie an Schleimbälgen ist. In ihr breiten sich die aus den Oeffnungen der Siebplatte herabkommenden Zweige des Geruchsnervens (nervus olfactorius) aus. Nebendem aber erhält sie auch noch einen Zweig von 3theiligen Nerven, welcher der Empfindung dient. Der ganze Bau der N.nhöhle (gewundene Muscheln, Scheidewand) ist darauf berechnet. den in der Luft vertheilten Riechstoffen eine möglichst große Oberfläche darzubieten und so ihre Wirkung auf den Geruchsnerven zu verstärken. Die Schleimhaut ist indeß nur im feuchten Zustande fähig, Geruchseindrücke aufzunehmen. Bei den wirbellosen Thieren ist noch bei keinem mit Bestimmtheit ein Geruchsorgan nachgewiesen worden, obgleich einigen derselben der Sinn des Geruchs nach der Beobachtung zugestanden werden muß. Dagegen besitzen ein solches alle Thiere der 4 höhern Klassen. Die gewöhnlichsten Krankheiten der N.nhöhle sind Entzündung (Schnupfen) u. Wucherungen der Schleimhaut (Polypen); ferner Geschwüre verschiedener Art, oft von einer Allgemeinkrankheit, besonders Syphilis, herrührend und dann zerstörend. Am häufigsten ist das N. nbluten (epistascis), das verschiedene Ursachen haben kann; als Regel gilt, es nicht ohne Noth plötzlich zu stillen; wird es aber durch Dauer und Blutverlust gefährlich. so helfen Einschnupfen von kaltem Wasser, auch mit Essig, Alaun etc. versetzt, kalte Umschläge auf die Nase, Ableitungen nach unten, zuletzt Tamponiren.

Quelle:
Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1856, Band 4, S. 296-297.
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