Gaufriermaschine

[311] Gaufriermaschine, diejenige Maschine, die das Gaufrieren, d.h. Infaltenpressen (von Garnen, Geweben, Buntpapier u.s.w.) zur Ausführung bringt und gewöhnlich als Walzenpresse (Walzwerk) konstruiert ist. Sie bestand früher nur aus zwei Eisenplatten, die geriffelt waren und aufeinander paßten. Die untere Platte war fest gelagert, die obere in Schraube auf und ab gehend wie bei einer Kopierpresse. Die zu gaufrierenden Franzen, Garne oder Stoffe wurden zwischen den Platten unter Schraubendruck gepreßt. Die neuere Gaufriermaschine besteht aus zwei übereinander lagernden geriffelten Walzen (Zylindern), die innen hohl und heizbar sind.

Die Fäden, Garne, Fransen u.s.w. werden auf einem Auflag- und Zuführungstuche den Zylindern zugebracht, von diesen erfaßt und unter starkem Druck durch die Zylinder geführt, so weit als die Franse oder das Gewebe gaufriert werden soll. Sodann machen die Zylinder die Bewegung zurück und liefern die gaufrierten Objekte wieder ab. – Bei Garnen im Strange und bei Geweben besitzen die Gaufrierzylinder eine kontinuierliche Bewegung. Die geriffelten Zylinder der Gaufriermaschine ruhen in massiven Lagern mit Druckfedern und Druckvorrichtung, je nach der Schwere des Stoffes verstellbar und regulierbar. Die Breite der Zylinder richtet sich nach der Art der Ware; für Fransen und Stoffe sind 50–100 cm breite, für Garne nur[311] 20–30 cm breite Gaufrierflächen nötig. Der Antrieb geschieht am besten mit der Hand, weil die Arbeit eine sehr präzise sein muß. Die Heizung der Zylinder erfolgt durch eingelegte glühende Eisenbolzen oder durch Dampf. Erhitzte Zylinder gaufrieren schärfer und nachhaltiger und geben der Ware auch mehr Glanz.

Vgl. a. Buntpapierfabrikation, Bd. 2, S. 400.

Th. Eug. Schiefner.

Quelle:
Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 4 Stuttgart, Leipzig 1906., S. 311-312.
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