Wasserdichte Stoffe

[842] Wasserdichte Stoffe, Gewebe, die eine Benetzung des Fadens ausschließen sollen.

Man füllt entweder die Poren des Gewebes, oder aber man imprägniert die Faser mit den wasserabstoßenden Stoffen unter Erhaltung der Porosität des Stoffes. Letzteres ist notwendig, wenn Kleiderstoffen die Luftzirkulation gewährleistet werden soll, was bei Gummimänteln nicht der Fall ist. Planen, Zelte, Schläuche u.s.w. verlangen keine solche Rücksichtnahme [1].

Zum Ueberziehen dienen hauptsächlich Kautschuk, Leinölfirnis, Fette, Paraffin, Wachs u.s.w. Zum Imprägnieren finden Anwendung schwefelsaure Tonerde, Alaun, Bleizucker (Bleiacetat), Kupfersulfat, Eisensulfat, Zinksulfat, Kupferoxydammoniak, Chromkalium, Paraffin, Ceresin, Wachs, Seife u.s.w. – Besonders bekannt geworden sind die Verfahren von Millerain in England, die »Wasserperle« von Louis Hirsch in Gera [2], der Apprêt imperméable u.a.


Literatur: [1] Koller, Die Imprägnierungstechnik, Handbuch der Darstellung aller fäulniswiderstehenden, wasserdichten und feuersicheren Stoffe, Wien-Pest-Leipzig 1896; Mierzinski, Herstellung wasserdichter Stoffe und Gewebe, Berlin 1897; Ganswindt, Die Technologie der Appretur, Wien u. Leipzig 1907; Polleyn, Appreturmittel, 3. Aufl., Wien u. Leipzig 1909, S. 265; Oesterreichs Wollen- u. Leinenindustrie, 1909, S. 22, S. 90. – [2] D.R.P. Nr. 110140.

E. Müller.

Quelle:
Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 8 Stuttgart, Leipzig 1910., S. 842.
Lizenz:
Faksimiles:
Kategorien: