Dufay

[253] Dufay (spr. düfä), Guillaume, einer der ältesten niederländ. Kontrapunktisten, geb. um 1400 zu Chimay im Hennegau, gest. 27. Nov. 1474 in Cambray, erhielt an der Domschule seiner Vaterstadt seine Ausbildung (als jüngerer Genosse von Gilles Binchois) und trat 1428 als Sänger in die päpstliche Kapelle zu Rom. 1437 ging er an den Hof Philipps des Guten von Burgund, wirkte 1442–49 wahrscheinlich an der Kapelle des Papstes Felix V. (Amadeus von Savoyen) und lebte seit 1450 als Kanonikus zu Cambray. D. ist also von den drei Vätern des vollentwickelten Kontrapunktes: Dunstaple (gest. 24. Dez. 1453), Binchois (gest. Ende September 1460) der jüngste und nicht, wie man früher annahm, der älteste. Zahlreiche Tonsätze von D. sind in neuester Zeit durch Druck zugänglich gemacht worden, so im 7. Jahrgang der »Denkmäler der Tonkunst in Österreich« (1901) und durch J. StainerD. and his contemporaries«, Lond. 1898). Vgl. Haberl, Bausteine zur Musikgeschichte, 1. Teil: Wilhelm du Fay (Leipz. 1886).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 5. Leipzig 1906, S. 253.
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