Hoecke

[410] Hoecke (spr. hūke), 1) Jan van den, niederländ. Maler, geb. 1611 in Antwerpen, gest. daselbst 1651, war anfangs Schüler seines Vaters Kaspar van den H., dann von Rubens, in dessen Werkstatt er einige Zeit arbeitete. 1635 war er an den Dekorationen zum Einzug des Erzherzogs Ferdinand in Antwerpen beschäftigt. Um 1637 ging er nach Italien und war dann 10 Jahre lang in Österreich für den Kaiser tätig. 1647 kehrte er nach Antwerpen zurück und wurde Hofmaler des Erzherzogs Leopold Wilhelm, für den er zahlreiche religiöse und biblische Gemälde und Bildnisse ausführte. In seinen Bildnissen schließt er sich mehr an van Dyck als an Rubens an. Er malte auch Altarbilder für flandrische Kirchen. Aus der Sammlung des Erzherzogs Leopold Wilhelm sind außer zwei Bildnissen des Erzherzogs eine Madonna mit dem Kind, eine Allegorie der Vergänglichkeit, die Allegorien von sechs Monaten und von Tag und Nacht in das Hofmuseum zu Wien gekommen. Das Museum in Antwerpen besitzt einen heil. Franziskus vor der Madonna mit dem Kind.

2) Robert van den, niederländ. Maler, Bruder des vorigen, geb. 30. Nov. 1622 in Antwerpen, gest. daselbst nach 1665, war Schüler seines Vaters und wurde 1645 in die Lukasgilde zu Antwerpen aufgenommen. Er war auch als Architekt tätig, da er vom König von Spanien zum Oberaufseher der Befestigungen von Flandern ernannt wurde. Er malte Städteansichten, Volksfeste, Schlachten, Lager- und Marschszenen, die äußerst zahlreiche, sein ausgeführte Figuren enthalten. Eine Anzahl solcher Bilder (die Stadt Ostende, Feldlager, Schlittschuhlaufen in Brüssel, nächtliche Feuersbrunst) besitzt das Hofmuseum in Wien. Auch hat er 22 Blätter nach seinen Bildern radiert.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 9. Leipzig 1907, S. 410.
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