Huerta [2]

[596] Huerta (spr. ŭérta), Vicente Garcia de la, span. Dichter und Kritiker, geb. 1730 zu Zafra in Estremadura, gest. 12. März 1787 in Madrid, studierte in Salamanca und ging dann nach Madrid, wo er sich zuerst durch mehrere gelungene Übersetzungen und einige Originalgedichte bekannt machte. Er trat als heftiger Gegner des Klassizismus auf, erwies sich jedoch in seinen eignen Werken wenig konsequent. Sein Trauerspiel »Raquel« (1778; auch in Ochoas »Teatro español«, Bd. 5, Par. 1838), das die Liebe des Königs Alfons VIII. zu einer schönen Jüdin behandelt und noch heute von den Spaniern geschätzt wird, zog ihm eine kurze Verbannung nach Oran zu. Wieder zurückberufen, ward er Oberbeamter der königlichen Bibliothek[596] und Mitglied der spanischen Akademie. Seine teils lyrischen, teils dramatischen Poesien zeichnen sich durch poetischen Gehalt und guten Versbau aus. Durch sein »Teatro español« (Madr. 1785–86, 17 Bde.), eine Auswahl älterer spanischer Dramen, strebte er den Geschmack des Publikums für das alte Nationaldrama wieder zu wecken. Die »Elektra« des Sophokles bearbeitete er u. d. T.: »Agamenon vengado«. Huertas Dichtungen sind gesammelt in »Obras poeticas« (Madr. 1778–79, 2 Bde.; auch abgedruckt in der »Biblioteca de autores españoles«, Bd. 61). Außerdem hat man von ihm eine »Biblioteca militar española« (Madr. 1760).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 9. Leipzig 1907, S. 596-597.
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