Mechanikerverein

[496] Mechanikerverein. Die Deutsche Gesellschaft für Mechanik und Optik, hervorgegangen aus dem 1877 gegründeten Fachverein Berliner Mechaniker, bezweckt die Förderung der wissenschaftlichen, technischen und gewerblichen Interessen der Mechaniker und Optiker. Die Gesellschaft, deren Sitz in Berlin ist, hat etwa 500 Mitglieder und vier Zweigvereine in Berlin, Hamburg, Ilmenau und Göttingen. Die Mitglieder sind praktische Präzisionstechniker, Physiker, Astronomen, Geodäten etc. Der Jahresbeitrag ist 8 Mk., in den Zweigvereinen mindestens 10 Mk. Die Leitung der Gesellschaft liegt in den Händen eines Vorstandes, dessen Mitglieder teilweise auf den jährlich stattfindenden Generalversammlungen der Gesellschaft, den deutschen Mechanikertagen, gewählt, teilweise von den Zweigvereinen abgeordnet werden. Die Gesellschaft hat für eine würdige Vertretung der deutschen Mechanik und Optik auf den Ausstellungen in Chicago, Berlin und Paris gewirkt und ein einheitliches metrisches Schraubengewinde, das Löwenherzgewinde, und einheitliche Rohrdimensionen geschaffen. Sie hat der Ausbildung der Lehrlinge und den Verhältnissen der Gehilfen große Fürsorge zugewandt und Einigungsämter geschaffen. Zur Schlichtung von Streitigkeiten zwischen Gehilfen und Mitgliedern der Gesellschaft, die aus ihren gewerblichen Verhältnissen hervorgehen, besteht ein Schieds- und Ehrengericht. Als Publikationsorgane der Gesellschaft dienen die »Zeitschrift für Instrumentenkunde« (seit 1881), welche die wissenschaftlichen Interessen der deutschen Präzisionstechnik vertritt, und die »Deutsche Mechanikerzeitung« (seit 1891), in der die technischen und gewerblichen Verhältnisse der Mechanik und Optik besprochen werden.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 13. Leipzig 1908, S. 496.
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