Newcomb

[593] Newcomb (spr. njūköm), Simon, Astronom, geb. 12. März 1835 zu Wallace in Neuschottland, wurde 1857 Rechner an der Nautical Almanac Office in Washington, 1861 Professor der Mathematik und Astronom an der Marinesternwarte. 1877–97 war er Direktor der American Ephemeris and Nautical Almanac Office, 1884–93 unter Beibehaltung dieser Stellung Professor der Mathematik und Astronomie an der Universität in Baltimore. Newcombs Hauptbedeutung liegt auf dem Gebiete der theoretischen Astronomie, doch hat er sich auch bei der Konstruktion des Washingtoner 26 zölligen Riesenfraktors (lange Zeit der größte der Erde) sehr verdient gemacht und war tätiges Mitglied der Kommission zur Beobachtung der Venusdurchgänge. Seine bedeutenden theoretischen Arbeiten über die Bewegung des Mondes und der großen Planeten enthalten die von ihm herausgegebenen »AstronomicaI papers prepared for the use of the American Ephemeris« (Wash. 1882 bis 1899, 8 Bde.), »Researches of the motion of the moon« (das. 1878), »The elements of the four inner planets and the fundamental constants of astronomy« (das. 1895). Große Verbreitung fanden seine populären Veröffentlichungen: »Popular astronomy« (deutsch von Engelmann, Leipz. 1881; 3. Aufl. von H. C. Vogel, 1905), »Elements of astronomy« (Washingt. 1900), »The Stars« (Lond. 1902), »Astronomy for everybody« (das. 1903). Die »Reminiscences of an astronomer« (Lond. u. New York 1903) enthalten seine Selbstbiographie.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 14. Leipzig 1908, S. 593.
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