Tukan [1]

[794] Tukan (Ramphastus L.), Gattung der Klettervögel aus der Familie der Pfefferfresser oder Großschnäbler Ramphastidae, Vögel mit auffallend großem, am Grunde sehr dickem, gegen das Ende hin stark zusammengedrücktem, sehr leichtem Schnabel, dessen sehr dünne Wandungen ein großmaschiges Knochennetz umschließen. Die Zunge ist bandartig, hornig, am Rande gefasert; die kurzen Flügel und der breite Schwanz sind abgerundet, die starken, langzehigen Läufe sind vorn und hinten mit tafelförmigen Gürtelschildern versehen. Das Gefieder zeigt auf meist schwarzem Grunde sehr lebhafte Farben; auch Augen, Beine und Schnabel sind glänzend gefärbt. Die Tukane leben in den südamerikanischen Urwäldern, nähren sich von Früchten und Fruchtkernen, richten in den Bananen- und Guavapflanzungen großen Schaden an, fressen auch Eier und junge Vögel, sollen zwei Eier in hohle Bäume oder Baumäste legen und werden ihres Fleisches und der Federn halber gejagt. Der Pfefferfresser (Toko, Ramphastus Toco L.), 58 cm lang, schwarz, an Kehle, Vorderhals, Wangen und Oberschwanzdeckfedern weiß, am Bürzel blutrot, mit orangerotem Schnabel, der an der Spitze des Unterkiefers feuerrot, an der Spitze des Oberkiefers schwarz ist, mit dreieckigem, gelbem Fleck vor dem Auge, blauem Augenring, dunkelgrünem Auge und hellblauem Fuß, bewohnt die höher gelegenen Teile Südamerikas von Guayana bis Paraguay, besonders bewaldete Flußufer und die offene Savanne und hält sich gewöhnlich in den Kronen der Waldbäume auf. Die Eingebornen erlegen ihn mit ganz kleinen, sehr schwach vergifteten Pfeilen, so daß der Vogel nur betäubt wird und, nachdem er seiner wertvollsten Federn beraubt ist, sich wieder erholt und davonfliegt, um später vielleicht abermals geschossen zu werden. Der Orangepfefferfresser (R. Temminckii Wagl., s. Tafel »Klettervögel II«, Fig. 4), mit gelber Kehle, roter Brust, dunkelrotem Gesicht und schwarzem Schnabel mit hellblauer Firste, lebt in Südostbrasilien. Vgl. Gould, Monograph of the Ramphastidae (2. Aufl., Lond. 1854–55, 3 Tle.).[794]

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 19. Leipzig 1909, S. 794-795.
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