Thun [1]

[558] Thun, 1) Amtsbezirk des Schweizercantons Bern mit ausgezeichneten Weiden u. Wiesen, Viehzucht u. 26,050 Ew.; 2) Stadt darin in reizender Lage, an der Aare, unweit dem Thunersee (Hofstetten ist der Landeplatz der Dampfboote) u. an der Zweigbahn Bern-Thun, mit dem alten, 1182 erbauten Zähringen-Kyburger u. dem neuen, 1429 aufgeführten Amtsschlosse, Post- u. Telegraphenbüreau, eidgenössisches Waffendepot, Spital, Waisenhaus, Bibliothek, eidgenössische Militärschule (Applicationsschule), Gewerbschule, Manufacturen in Seide, große Ziegelbrennereien, Handel mit Käse u. Leinwand, zahlreiche Pensionen für Fremde, starker Fremdenverkehr; 3400 Ew. Auf der Thuner Almend dabei, mit Gebäulichkeiten für das eidgenössische Militär, wurde 1852 ein großes Übungslager gehalten, auch finden daselbst jährlich große Übungen statt. Dabei das Blumensteinerbad (s.d.); 3) der Thunersee dabei, von 21/2 Meilen Länge u. 1/2 Meile Breite, wird durch die Aare gebildet u. ist burchschnittlich 400–500 Fuß tief (an einer Stelle 726 Fuß); er liegt in 1713 F. Meereshöhe, nimmt die Simmen mit der Kander auf u. ist reich an Fischen, bes. Forellen, Aalböcken, Karpfen, Hechten; seine Ufer bieten die mannigfachsten Ansichten dar u. sind von ungeheuern Felsenmassen (Niesen, Stockhorn, Morgenhorn etc.), von Weingeländen, Wiesen, Feldern, Wäldern, Dörfern besetzt; es findet auf ihm eine regelmäßige Dampfschifffahrt statt.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 17. Altenburg 1863, S. 558.
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