1. Abends geschwelgt – morgens gekelcht.
2. Abends ohne Schulden ist morgens reich.
3. Abends putzt sich des Kuhhirten Frau. – Schütze.
Die Frau des Kuhhirten, welche am Tage mit den Kühen und im Schmuz zu schaffen hat, zieht erst am Abend etwas Reines an (schmückt sich).
4. Abends roth ist morgens gut, morgens roth thut selten gut.
5. Abends vull – morgens null.
6. Abends wart de Faulen flitig.
So sagt der Holsteiner spöttelnd von einem, der den ganzen Tag faulenzt, weil da bald wieder Feierabend wird.
7. Abends zechen, morgens rathschlagen.
8. De Oawends in der Julen1 dann spinnet du Fiulen, geit dat Rad de Klipp de Klapp, se hädden so geren upen Haspel wat. (Westf.)
1) Dämmerung, Zeit der Eulen, auch Julenflucht.
9. Des Abends is dei Heerd warm, des morgens is dei Steert warm.
Darum fürchtet man sich im Winter abends ins Bett und morgens heraus.
10. Owends däut me de Döer tau. (Westf.)
11. Wen man des Abends satt nicht macht, der rühret sich die ganze Nacht.
12. Wer abends geigt, kann morgens tanzen.
Wenn nicht aus Lust, doch aus Noth.
13. Wer abends ohne Schulden, hat morgens einen Gulden.
D.h. ist reich!
zu6.
Für Strelitz: Firmenich, III, 71, 39.
14. Abends ist warm der Herd, morgens der Stêrt. – Brennecke.
15. Abends roth, morgens todt.
Frz.: Rouge soir et blanc matin, c'est la journée du pélerin. (Cahier, 1638.)
16. Abends suchen Raben und Wölfe die Kaiben, Mücken den Milchhafen und Mönche, was sie freut. – Klosterspiegel, 36, 4.
17. Abends wie ein Bär, morgens wie ein geschossener Adler.
Dän.: Om aften som en biörn, em morgen som en skudt örn. (Prov. dan., 17.)
18. Det Oawens huck, det muorgens tuck. – Woeste, 65, 7.
19. Die abends weinen, werden morgens lachen.
Böhm.: Večer pláč, a zjitra radost. (Čelakovsky, 197.)
20. Eines vollen abends soll keiner nicht in argk gedenken.
»Spricht man.« (Theatr. Diabolorum, 453b, 2.)
21. Ômens blô, morjens schrô; ômens geel, morjens schnel.1 (Trier.) – Laven, 189, 90; Firmenich, III, 547, 149.
1) Trübes Wetter. Ein Fischersprichwort aus Triers Vorort Barbele.
22. Omens ruhd, morjens gud; morjens ruhd duhd selde gud. Omens blass, morjens nass. (Trier.) – Laven, 189, 91; Firmenich, III, 547, 50.
*23. Wer die abends stiehlt, bringt sie morgens wieder.
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