Geschwür

1. Bei hartem geschwür muss man gelind (erweichendes) Pflaster brauchen.Lehmann, 596, 55.


2. Geschwüre in der Haut brennen.

Von geheimen, innern Leiden.


*3. Dass dich das Geschwür1 ankomme! (S. Franzosen 4.)

1) Lustseuche. – In Aegypten wünscht man einem heuchelnden Feinde, welcher uns seiner Freundschaft versichert: Das Geschwür der Franken möge dich lieben und der Herr dich hassen. (Burckhardt, 220.) Die Esten nennen die Lustseuche das »russische Uebel«, bei den Russen heisst es aber wieder die »polnische Krankheit«. Die Namen enthalten in ihrer Aufeinanderfolge die Bewegung des Uebels von Westen nach Osten und das Herkunftsattest. In England, wo man nicht mit Bestimmtheit zu wissen scheint, ob man dasselbe den Franzosen oder den Spaniern zu buchen habe, heisst man es, um nach beiden Seiten gerecht zu sein, bald »spanische Gicht«, bald »französische Pocken«. (Reinsberg V, 37 u. 38.)

*4. Dem werd' ich auch einmal das Geschwür stechen. (Posen.)

Quelle:
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 1. Leipzig 1867, Sp. 1604.
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