Brand (2), der

[1150] 2. Der Brand, des -es, plur. die Brände, ein größten Theils veraltetes Wort, welches nur noch in einigen Fällen und Zusammensetzungen vorkommt, und alsdann das Unterste oder Äußerste einer Sache bedeutet. So wird in den Steinkohlenwerken die Unterlage der Steinkohlen, wo sie sich enden, der Brand genannt. Ein gewisses Erz zu Ilmenau, welches reich an Kupfer- und Silbergehalte ist, aber unter den Kupfererzen stehet, führet gleichfalls den Nahmen des Brandes.

Anm. Es scheinet, daß man Brand in diesen Bedeutungen von dem vorigen Worte unterscheiden müsse, weil der Grund der Benennung sonst zu hart und sprachwidrig seyn würde. Vermuthlich gehöret es hier zu Rand, mit dem vorgesetzten be, oder auch zu dem alten Brinn, ein Rand, das Äußerste eines Dinges, welches unter andern noch in dem Schwed. Bryn vorhanden ist, jetzt aber bey uns Braun und Bräme lautet. S. Augenbraunen, und 2. Brame; ingleichen Brandpappe, Brandsohle, Brandschiefer und Brandwache.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 1. Leipzig 1793, S. 1150.
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