Röthel

[750] Röthel und Rothstein wird eine schwere, dunkelrothe Erde genannt, die man in England, in Thüringen bei Saalfeld, bei Nürnberg, in Schlesien und andern Orten in Lagern findet und ein mit Eisenoxyd reichlich durchdrungener, schieferiger Thon ist. Die gemeinste Art dient zum Bestreichen der Schnuren der Zimmerleute, mittels der sie Linien auf dem zu bearbeitenden Holze ziehen; der feinere aber, welcher sich schneiden läßt, wird in länglichen Stücken in Schachteln, oder in Rohr und Holz gefaßt, als Rothstifte in den Handel gebracht, und wie die Bleistifte benutzt. Feinere Rothstifte werden aus klar geriebenen und geschlämmten, dann mit Gummi- oder Hausenblasenauflösung angemachten, dann gepreßten und getrockneten und in Stifte zertheilten Röthel verfertigt.

Quelle:
Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 3. Leipzig 1839., S. 750.
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