Wiesel

[724] Wiesel. In Deutschland sind zwei Arten dieses Raubsäugthiers heimisch, von welchen das kleine Wiesel, Hauswiesel, Heermännchen, ungefähr 1/4 Elle lang, röthlichbraun auf dem Rücken, unten weiß, sehr schlank gebaut ist, gut klettert und in der ganzen alten Welt sowie in Amerika angetroffen wird. Es hält sich bei uns in Erdlöchern, in Gärten, Feldern und Wäldern und Häusern auf, tödtet kleineres Hausgeflügel, saugt ihm das Blut sowie die Eier aus und frißt kleinere Vögel. Das große Wiesel wird ohne den sechs Zoll langen und mit einer buschigen Spitze versehenen Schwanz einen F. lang, gleicht übrigens an Gestalt und Farbe dem kleinen und theilt auch seine Lebensweise; nur wagt es sich auch an größere Thiere und überfällt selbst schlafende Hafen und Rehe, denen es sich im Genick festbeißt und nicht eher von den flüchtenden Thieren abläßt, bis sie erschöpft zusammenstürzen. Sie werden aber auch durch Vertilgung von Fröschen, Schlangen, Mäusen und Ratten nützlich. In den nördl. Ländern färben sich beide ganz weiß, die Schwanzspitze des großen Wiesels ausgenommen, welche schwarz bleibt, und ihr Pelzwerk heißt nun Hermelin.

Quelle:
Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 4. Leipzig 1841., S. 724.
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