Merseburg

[170] Merseburg, Hauptstadt des Reg.-Bez. M. (10.211 qkm, 1900: 1.189.825, 1905: 1.255.244 E., 3 Stadt-, 16 Landkreise) der preuß. Prov. Sachsen, l. an der Saale, (1900) 19.118 (1905: 20.023) E., Garnison, Amtsgericht, Domkirche (10. Jahrh.; eine der größten Orgeln, Grab Rudolfs von Schwaben), ehemal. Residenzschloß (jetzt Regierung), Domgymnasium, Präparandenanstalt, Hufbeschlaglehrschmiede; Industrie in Maschinen, Leder, Spielwaren. – Seit dem 9. Jahrh. war M. Hauptort der Grafsch. M. (letzter Graf Esiko, gest. 1007) und öfters Residenz der sächs. Kaiser. Das Bistum M., 968 von Otto I. gegründet, dem Erzbistum Magdeburg untergeordnet; 1543 der Reformation beigetreten; seit 1561 von Kursachsen administriert, von 1656-1738 unter einer herzogl. Seitenlinie Sachsen-M.; 1815 fiel der größere Teil des Stifts an Preußen.

Quelle:
Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 2. Leipzig 1911., S. 170.
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Gierke, Axel; Merseburg, Alexander

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