Glimmer

[92] Glimmer, Mineral zur Ordnung der Thonerde gehörig, in 2- und 1achsigen G. eingetheilt. Ersterer hat 2 Arten, den Kali oder gemeinen G., und den Lithon-G. Härte von 2–2,5 und ein spec. Gewicht von 2,86–3, sind elastisch, farblos od. silberweiß, gelb, grau, roth, grün, braun und schwarz gefärbt; bestehen aus Thonerde- und Eisenoxydsilicat, mit Kali- oder Lithonsilicat und etwas Fluor verbunden. Der gemeine G. ist ein wesentlicher Bestandtheil der gewöhnlichsten krystallinischen Gesteine, des Granits, Gneises, Glimmerschiefers. Er krystallisirt in schiefen rhombischen und 6seitigen Prismen, meistens tafelförmig, so besonders schön bei Zwiesel in Baiern, in Finnland, Grönland und Sibirien etc. Die großen sibirischen Tafeln kommen unter dem Namen Marienglas in den Handel. Die silberweißen und goldgelben G.schuppen werden auch als Streusand unter dem Namen Silber- und Goldsand gebraucht, sind auch unter dem Namen Katzensilber u. Katzengold bekannt. Der Lithon-G. ist öfter rosenroth, pfirsischblütenroth u. grünlich, kommt in Zinnlagerstätten des Erzgebirges, dann in Cornwall vor. Die feinkörnige und feinschuppige Abänderung, Lepidolith, findet sich vorzüglich bei Iglau in Mähren; man verarbeitet sie hin und wieder zu Dosen und kleinen Vasen und benützt sie zur Darstellung des Lithon. Der 1achsige G. findet sich viel seltener und vorzüglich in vulkanischen Gesteinen, in Basalten, Doleriten, Laven, am Vesuv und in den Grundgebirgsgesteinen in Sibirien.

Quelle:
Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1855, Band 3, S. 92.
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