Labyrinth

[682] Labyrinth, griech., bei den Alten künstliche Felsenaushöhlungen oder Gebäude mit vielen Gängen u. Gemächern, so daß man sich leicht in denselben verirren konnte. Die bekanntesten sind das kretische, in Felsen gehauen, die Wohnung des fabelhaften Minotaurus (von Prokesch von Osten zuletzt beschrieben) u. das ägyptische am See Möris. Ueber dieses berichtet Herodot ziemlich ausführlich; es war ein ungeheures Gebäude mit 500 Zimmern über und 500 unter der Erde, 12 Höfen, von großen Säulenhallen umgeben und durchzogen, mit einer großen Pyramide zum Schlusse des ganzen mit einer Mauer umgebenen Werks. Die Ruinen desselben bei Howara, am Eingange in das Thal von Fayum, wurden zuletzt von Lepsius 1843 genau untersucht; nach ihm erbaute den ältesten Theil und die Pyramide Pharao Amenemhe III. (bei den Griechen Möris) um 2100 v. Chr. – L., in der Anatomie ein Theil des inneren Ohrs, vgl. Hören und Ohr.

Quelle:
Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1855, Band 3, S. 682.
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