Oelung, letzte

[381] Oelung, letzte, lat. extrema unctio, heißt das Sacrament, in welchem der gefährlich erkrankte Christ durch das hl. Oel, womit seine 5 Sinne bestrichen werden und das Gebet des Priesters die Gnade Gottes zur Wohlfahrt seiner Seele, näher Vermehrung der heiligmachenden Gnade, Nachlaß der Ueberbleibsel der schon vergebenen Sünden, sowie der läßlichen (bei Beichtunfähigen auch der Todsünden), Stärkung wider Anfechtung und Verzweiflung empfängt. Jeder, mit Ausnahme von Kindern, deren Vernunft noch nicht erwacht ist, kann u. soll die l. O. empfangen, wenn er gefährlich erkrankt, durch die hl. Sacramente der Buße u. des Altars sich dazu vorbereiten od. vorher mindestens seine Sünden bereuen und die Tugenden des Glaubens, der Hoffnung und Liebe sowie der völligen Ergebung in Gottes Willen in sich wecken. Historisch stützt sich die l. O. auf die klaren Worte bei Jakob. 5, 14. 15, sowie auf uralte Tradition, wie z.B. Papst Innocenz I. (402–417) die l. O. den 7 hl. Sacramenten beizählt.

Quelle:
Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1856, Band 4, S. 381.
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