Katakomben

[404] Katakomben, unterirdische Höhlengänge (in unmittelbarer Nähe Roms, bei Syrakus und andern Städten), die ursprünglich als Stein- bezw. Puzzolanerdbrüche, als Keller oder Gefängnisse gedient haben mögen.

Die römischen Katakomben sind schmale Gänge in mehreren Stockwerken übereinander, die eine meilenweite Ausdehnung haben. Während der Christenverfolgungen unter den römischen Kaisern wurden sie von den Christen zur Leichenbestattung sowie zum Gottesdienste benutzt. Es wurden an beiden Seiten der Gänge Oeffnungen zur Aufnahme von Leichen gemacht und diese nach der Bestattung mit einer Marmortafel mit Inschrift geschlossen. Bei den Gräbern der Märtyrer erweiterten sich die Gänge zu kleinen Kapellen, in welchen an den Gedächtnistagen Gottesdienst gehalten wurde. Im Altertum waren über vierzig Katakomben bekannt.


Literatur: [1] de Rossi, Roma sotteranea christiana, Rom 1864–1877. – [2] Kraus, F.X., Roma sotteranea, Die römischen Katakomben, Freiburg 1879. – [3] Handbuch der Architektur, 2. Teil, Bd. 3, 1. Hälfte, Essenwein, A., Ausgänge der klassischen Baukunst u.s.w., Darmstadt 1886, mit Literaturangabe S. 140. – [4] de Vogué, Syrie centrale, Architecture civile et religieuse etc., Paris 1865.

Weinbrenner.

Quelle:
Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 5 Stuttgart, Leipzig 1907., S. 404.
Lizenz:
Faksimiles:
Kategorien: