Sinter

[140] Sinter, mineralische Ausscheidungen und Absätze aus wässerigen Lösungen, wie sie im Gestein verkehren. Indem diese Lösungen beim Zutagetreten durch Erkalten oder Verdampfen sich konzentrieren oder einen Teil des Lösungsmittels, z.B. Säuren, verlieren, scheiden sie ihren Mineralgehalt aus.

Im wesentlichen bildet sich Sinter beim Austritt von Mineralquellen, bei warmen Quellen durch Erkalten und Verdampfen, bei kalkreichen Quellen durch Verlust der überschüssigen Kohlensäure und Verdampfen, ferner in Höhlen, auf Kluften und Spalten. In der Hauptsache kommt Kalksinter (s. Kalkstein, Bd. 5, S. 296) als Ausscheidungen von kalkreichen warmen und kalten Quellen vor, aber auch Kieselsinter. Die Sinter sind meist poröse oder ungleichmäßige, traubenartige, röhrige, nierige, auch stengelige oder lappige Gesteinsmassen von strahligem oder faserigem Gefüge. Ihr Absatz wird vielfach künstlich erzeugt, indem man Gegenstände, Blumen, Figuren, Tierkörper u.s.w. längere Zeit in die Quellbecken versenkt und sich hier mit Sinter überziehen läßt (Karlsbad, Wiesbaden). Kalksinter (Kalktuffe) dienen ihrer eigenartigen Formen wegen oft als Ziergesteine in Gärten, Grotten, an Brunnen u.s.w. – Im Hüttenwesen s.v.w. Hammerschlag (s.d.).

Leppla.

Quelle:
Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 8 Stuttgart, Leipzig 1910., S. 140.
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