Überbrettl

[855] Überbrettl, eine von dem Dichter Ernst v. Wolzogen 1901 im Berliner Alexanderplatz-Theater, dann in einem eignen Theater in der Köpenicker Straße nach dem Muster der französischen Cabarets betriebene literarische Abart des Variétés, die durch bunte, abwechselungsreiche Darbietungen von kurzen dramatischen Stücken, Gesangsvorträgen, Deklamationen, Tanzstücken, Pantomimen etc. das Wesen der landläufigen Varietébühnen künstlerisch veredeln will. Nach anfänglichen überraschenden Erfolgen der im Flug über ganz Deutschland verbreiteten Bewegung trat bald eine allgemeine Ernüchterung ein, so daß v. Wolzogen und die meisten seiner Nachahmer ihre Unternehmungen aufgeben mußten. Vgl. Hertwig, Wolzogens Ü. in Wort und Bild (Berl. 1901); Moeller van den Bruck, Das Variété (das. 1902); Ewers, Das Cabaret (das. 1904).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 19. Leipzig 1909, S. 855.
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