Bohnen, springende

[163] Bohnen, springende (span. Brincadores, »Springer«), Teilfrüchte einer mexikanischen Euphorbiazee, Sebastiana Pavoniana, führen eigentümliche springende oder wackelnde Bewegungen aus, hervorgebracht durch Insektenlarven, welche die Früchte bewohnen und aushöhlen. Diese springenden Bohnen kamen zuerst 1873 aus Alamos in Sonora nach Europa, indes sah bereits Matthias de Lobel 1576 Früchte der Tamariske, die er in die Sonne gelegt hatte, sich drei Tage bewegen. Diese Bewegungen erzeugt die die Früchte bewohnende Larve eines Käfers, Nanodes Tamarisci. Springende Pflanzengallen wurden zuerst von Olivier (gest. 1814) erwähnt. 1857 beobachtete Kollar, daß 2 mm lange spindelförmige Eichengallen die von der Larve einer Gallwespe, Neuroterus saltans, bewohnt waren, sich von den Blättern ablösten und 5 cm weit fortsprangen. Springende Kokons erzeugt die Larve einer Tenthredine, Phyllotoma acer, auf den Blättern von Acer monspessulanum. Die pastillenförmigen Kokons lösen sich von den Blättern und springen auf dem Boden lebhaft umher, wenn die Sonne sie bescheint.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 3. Leipzig 1905, S. 163.
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