Cappăris

[749] Cappăris L. (Kapernstrauch), Gattung der Kapparidazeen, unbewehrte oder dornige, kahle, weichhaarige oder schuppige Bäume oder Sträucher, nicht selten kletternd, bisweilen mit blattartigen oder dornigen Nebenblättern (Hakenkletterer), mit einfachen Blättern, achselständigen Blüten und vielsamigen beerenartigen Früchten. Mehr als 150 Arten in den tropischen, subtropischen und wärmern Gegenden beider Halbkugeln, in Nordamerika fehlend. C. spinosa L. (gemeiner Kapernstrauch), ein sehr formenreicher, 1 m hoher Strauch mit rundlichen, glatten Blättern, weißen Blüten und eirunder Frucht, wächst in Südeuropa und Nordafrika, wird in Südfrankreich kultiviert und liefert die als Küchengewürz benutzten Kapern (Kappern). Dies sind die pfefferkorn- bis erbsengroßen Blütenknospen, die man mit gesalzenem Essig übergießt und nach ihrer Größe sortiert. Die meisten und besten Kapern kommen aus Südfrankreich in den Handel. Echte Kapern besitzen auf den Kelchblättern weiße Flecke, hervorgebracht durch besondere, mit kristallinischem Rutin gefüllte Zellen. Verfälschungen sind vorgekommen mit Blütenknospen der Kapuzinerkresse (Tropaeolum), des Besenstrauches (Cytisus scoparius), der Sumpfdotterblume (Caltha palustris) etc. Die fleischigen, 5 cm langen Früchte des Kapernstrauches kommen, in Essig eingelegt, als Cornichons de Caprier in den Handel. C. decidua Pa, e (s. Tafel »Wüstenpflanzen«, Fig. 5), mit eßbaren Früchten, wächst im arabisch-ägyptischen Wüstengebiet und reicht bis Ostindien. C. coriacea Busch. (Simulo)[749] in Peru trägt etwa 2 cm lange, länglichrunde, oben zugespitzte, gestielte, braune Früchte mit in Mus eingebetteten, linsengroßen Samen. Die Früchte werden gegen Epilepsie und Hysterie benutzt.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 3. Leipzig 1905, S. 749-750.
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