Danewerk

[489] Danewerk (dän. Dannevirke), alter Grenzwall der Dänen gegen die Deutschen in Schleswig, nördlich von der Eider, vom Dorf Hollingstedt bis südlich von der Stadt Schleswig in einer Länge von ca. 17 km mit einer Höhe von 10–13 m sich erstreckend, ward vom Dänenkönig Gottfried (Götrik) zu Beginn des 9. Jahrh. errichtet. Zweimal im Mittelalter, unter Heinrich I. (934) und Otto II. (974), überschritten deutsche Heere das D., das seit der Verbindung Schleswigs mit Holstein allmählich in Verfall geriet und erst 1848 durch die Schlacht bei Schleswig (23. April), wo die Befestigungen dem ersten Angriff der Preußen erlagen, wieder eine historische Bedeutung erlangte. Obwohl seit 1850 mit großem Kostenaufwand und auf Grund eines wohldurchdachten Planes zu einer starken Position ausgebaut, ward das D. schon zu Anfang des deutsch-dänischen Krieges, nachdem die Deutschen die Schlei überschritten hatten, 6. Febr. 1864 von den Dänen unter de Meza ohne Schwertstreich geräumt und darauf von den Siegern geschleift. Die 1900 am D. vorgenommenen wertvollen Ausgrabungen sollen systematisch fortgesetzt werden. Vgl. Lorenzen, Dannevirke og Omegn (2. Aufl., Kopenh. 1864); Kaufmann, Der Rückzug von D. und dessen geheime Geschichte (Berl. 1865); Handelmann, Das D. (Kiel 1885); Philippsen u. Sünksen, Führer durch das D. (Hamb. 1903).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 4. Leipzig 1906, S. 489.
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