Elephanta

[702] Elephanta (bei den Eingebornen Gharapuri, »Grottenstadt«), Insel im Meerbusen von Bombay, 6 km von der Küste, ist je nach den Gezeiten 10–15 qkm groß. Sie besteht aus zwei langgestreckten, durch ein enges Tal getrennten Hügeln und wurde von den Portugiesen nach einem in dreifacher natürlicher Größe in den Fels gehauenen Elefanten benannt, der 1864 nach Bombay übergeführt wurde. Die Insel, ein Hauptwallfahrtsort der Hindu, enthält sechs in den Tonporphyrfels gemeißelte brahmanische Grottentempel. Die Haupthöhle ist 39,5 m lang, 40 m breit und bis 5.3 m hoch; die Decke stützten 36 sein ausgearbeitete, jetzt beschädigte und z. T. abgetragene Säulen aus stehengelassenem Fels; in der Mitte der Hinterwand befindet sich ein fast 5,5 m hohes Reliefbild der indischen Dreieinigkeit (Trimurti: Brahma, Vischnu und Siwa in Einem Wesen). Die kolossalen Reliefs der Seitenwände beziehen sich auf den Sagenkreis von Siwa. Der Eingang wird durch acht unbekleidete überlebensgroße ausgemeißelte Figuren bewacht. Der Kunststil des Ganzen weist auf eine alte, vielleicht aus den 1540 nach Portugal gebrachten Inschriften noch näher bestimmbare Zeit hin, da der Siwakultus noch herrschend war. Vgl. Burgeß, The rock temples of E. (Bombay 1871); Fergusson und Burgeß, Cave temples of India (Lond. 1880); Campbell, Gazetteer of the Bombay Presidency, Bd. 14 (1882).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 5. Leipzig 1906, S. 702.
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