Fazetĭen

[365] Fazetĭen (Facetiae, lat.), witzige Einfälle, Scherzreden, Schwänke. Der Humanist Poggio (s.d.) hat unter diesem Titel in zierlichem Latein die lustigen Geschichten wiedererzählt, mit denen die päpstlichen Sekretäre sich in ihren Mußestunden zu unterhalten pflegten. Diese Sammlung (»Facetiarum libri IV«, Ferrara 1471 u. ö.; neue Ausg., Rom 1884) fand großen Beifall und rief zahlreiche Nachahmungen hervor. Unter den deutschen ist die älteste die 1486 (gleichzeitig auch lateinisch) verfaßte von Augustin Tünger (hrsg. von A. v. Keller in der Bibliothek des literarischen Vereins, Bd. 118, Stuttg. 1874); große Berühmtheit erlangten die »Facetiae« von Heinrich Bebel (s.d., Straßb. 1506 u. ö.).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 6. Leipzig 1906, S. 365.
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