Fernandez y Gonzalez

[433] Fernandez y Gonzalez (spr. gondsāleds), Manuel, span. Dichter und Romanschriftsteller, geb. 1830 in Sevilla, gest. 6. Jan. 1888 in Madrid, verlebte seine Jugend in Granada, studierte daselbst die Rechte, diente sieben Jahre in der Armee und fand dabei Gelegenheit, Land und Leute gründlich kennen zu lernen. Seit 1846 sich ganz der Schriftstellerei widmend, war er besonders auf dramatischem Gebiete tätig und erntete mit seinen zahlreichen Stücken, die teils witzig, zuweilen auch farcenhaft sind, teils tragische (meist nationale) Stoffe in drastischer Weise behandeln, allgemeinen und reichen Beifall. Am bekanntesten wurden: »Luchar contra el sino« (1848), »El Cid« (1858), »Un duelo á tiempo« (1859), »Padre y rey« (1860), »Don Luis Osorio« (1863), »Aventuras imperiales« (1864). Außerdem schrieb F. zahlreiche Novellen und sensationelle historische Romane, die einer feinern Charakteristik recht oft entbehren und hinter den Schöpfungen eines Valera, Pereda, Galdos weit zurückbleiben, trotzdem aber viel gelesen wurden, z. B.: »Don Juan Tenorio« (1851), »Los siete infantes de Lara« (1862), »La virgen de la Palma« (1867), »El montero de Espinosa« (1869), »Toros y Cañas« (1885). Als Lyriker trat er auf mit »Poesías« und »Poesías varias« (1858). Eine Auswahl aus seinen Werken erschien 1888.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 6. Leipzig 1906, S. 433.
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