Gartensänger

[356] Gartensänger (Hippolais L., Hypolais Brehm). Gattung der Sperlingsvögel aus der Familie der Sänger (Sylviidae), schlank gebaute Vögel mit mäßig langen Flügeln, mittellangem oder kurzem, seicht ausgeschnittenem Schwanz, kräftigen Füßen und starkem, breitem Schnabel, erinnern in ihrer Lebensart an die Grasmücken und bauen zwischen Baumzweigen ein oben nicht überdecktes Nest. Die Bastardnachtigall (Gartenlaubvogel, gelbe Grasmücke, Spötter, Sprachmeister, Hagspatz, Mehlbrust, H. hippolais L., H. philomela Rehw., s. Tafel »Sperlingsvögel I«, Fig. 3), 14 cm lang, 25 cm breit, oben grüngrau, unten blaß schwefelgelb, an den Schwingen matt schwarzbraun, auf der Außenfahne grünlich gesäumt; der Schwanz ist heller, außen wie die Flügel gesäumt. Die Bastardnachtigall findet sich in Mittel- und Nordeuropa, weilt bei uns von Mai bis Ende August, verbringt den Winter in Afrika, lebt in Gärten und Obstpflanzungen, auch an Rändern von Laubwald, hält sich meist in den höchsten und belaubtesten Bäumen verborgen und singt recht ansprechend. Sie nährt sich von Kerbtieren, Kirschen, Johannisbeeren etc., raubt aber auch Bienen, nistet Ende Mai bis Juli im dichtesten Busch und legt 4–6 rosenrote, schwärzlich oder rotbraun punktierte und geäderte Eier (s. Tafel »Eier I«, Fig. 72). Sie singt fleißig, ist aber in der Gefangenschaft schwer zu erhalten.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 7. Leipzig 1907, S. 356.
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