Guillaume de Machaut

[505] Guillaume de Machaut (spr. gījōm' dö mascho), franz. Dichter und Musiker, geb. zwischen 1282 und 1284 in Machault (Depart. Seine-et-Marne), gest. um 1377 in Reims, war 1301 Kammerdiener der Königin und dann Sekretär des Königs Johann von Böhmen, dessen Tochter ihn nach Johanns Tode (1346) in den Dienst ihres Gatten, König Johanns von Frankreich, zog. Als die Engländer diesen gefangen nahmen (1356), zog er als Domherr nach Reims. Er hat die Formen ausgebildet oder geschaffen, welche die französische Dichtung in den folgenden Jahrhunderten beherrschen: Ballade, Rondeau, Virelai. Eustache Deschamps verehrt in ihm seinen Meister. In dem »Voir Dit«, 1363–64 geschrieben und 1875 von P. Paris herausgegeben, teilt er seinen poetischen Briefwechsel mit einer jungen Dame mit. In »La prise d'Alexandrie« (hrsg. von de Mas-Latrie, 1877) erzählt er das Leben König Peters I. von Cypern bis zu dessen Ermordung (1370). Eine Auswahl aus Machauts Gedichten gab Tarbé (Reims 1849) heraus.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 8. Leipzig 1907, S. 505.
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de Machaut, Guillaume; Guillaume

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