Kalden

[452] Kalden (Kalentin), Heinrich von, Reichshofmarschall, aus einem schwäb. Dienstmannengeschlecht stammend, das bei der rotenburgischen Linie der Hohenstaufen das Amt eines Marschalls bekleidete, war seinem Vater Heinrich von Pappenheim in dieser Würde bei Kaiser Friedrich I. gefolgt; den Namen K. führte er von der Stammburg Kalentin (K.) bei Donauwörth. Als Staatsmann wie als Feldherr ausgezeichnet, begleitete er Friedrich I. auf dem dritten Kreuzzug, befehligte auf dem Feldzug Heinrichs VI. nach Unteritalien einen Teil des Heeres, schlug 1197 die sizilisch-normannischen Scharen bei Catania, erstürmte Syrakus und ging mit einem kaiserlichen Heer nach Syrien, um das Heilige Land für Heinrich VI. in Besitz zu nehmen. Nach des Kaisers Tod nach Deutschland zurückgekehrt, schloß er sich Philipp von Schwaben an, den er im Kampf gegen Otto von Braunschweig eifrigst unterstützte, und rächte dessen Tod an dem Mörder Otto von Wittelsbach, den er tötete, und dessen abgehauenen Kopf er in die Donau warf. Er begleitete 1209 Otto IV., dessen Vermählung mit Philipps Tochter Beatrix er eifrig betrieb, nach Italien, diente auch noch Friedrich II. und starb nach 1214. Das Marschallamt blieb der Familie Pappenheim. Vgl. Klohß, Untersuchungen über Heinrich v. K., staufischen Marschall, und die ältesten Pappenheimer (Berl. 1902).[452]

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 10. Leipzig 1907, S. 452-453.
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