Komantschen

[316] Komantschen (Comanches), Indianerstamm in Nordamerika, der ehemals einen großen Teil des Gebiets von Texas und New Mexico bewohnte und mit den Schoschonen zum nördlichen Zweig des uto-aztekischen Sprachstammes gehört. Früher waren die K., deren Zahl in der Mitte des 19. Jahrh. auf 12,000 geschätzt wurde, als kriegerisches Reitervolk sehr gefürchtet. Durch die Kriege mit den Truppen der Union 1867 und 1874 zur Unterwerfung genötigt, haben sie angefangen, Vieh zu züchten und Ackerbau zu treiben. Gegenwärtig leben nur noch etwa 1600 auf einer Reservation im Indianerterritorium. Das Staatssystem ist nicht sehr entwickelt; jeder Stamm wählt seinen Häuptling. Die Frauen besitzen großen Einfluß, trotz der herrschenden Vielweiberei. Die K. beten die Sonne als Schöpferin an und führen ihr zu Ehren verschiedene Tänze auf; außerdem verehren sie Schlange und Hund.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 11. Leipzig 1907, S. 316.
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