Kordon

[488] Kordon (franz. cordon, spr. -dóng, »Schnur«), das breite Band höchster Ordensklassen (vgl. Großkreuz und Cordon bleu); im Kriegswesen eine Reihe von Militärposten zur Grenzbewachung, zur Absperrung von Ortschaften und größern Gebietsteilen bei Seuchen etc. Das System ist alt; die Chinesische Mauer, die römischen Grenzwälle mit ihren Warten und Kastellen (s. d.) gehören hierher. In neuerer Zeit kam das Kordonsystem im 18. Jahrh. durch die Österreicher an der türkischen Grenze (s. Tschardaken), in den schlesischen Kriegen, besonders durch Lacy im Bayrischen Erbfolgekrieg, endlich in den Revolutionskriegen zur Anwendung, ist aber bei modernen Offensivkriegen großen Stils unbrauchbar und nur noch wilden Völkerschaften gegenüber am Platze. Kordons (Grenzkordons) werden auch die Grenzwachthäuser der russischen, besonders gegen Schmuggel aufgestellten Grenztruppen genannt. – Im Obstbau ist K. soviel wie Schnurbäumchen, Girlandenbaum; s. Obstbau.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 11. Leipzig 1907, S. 488.
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