Krahmer

[558] Krahmer, Gustav, deutscher General und Militärschriftsteller, geb. 29. Dez. 1839 in Elbingerode, trat 1859 ins Heer, besuchte 1864–66, darauf 1867 bis 1868 die Kriegsakademie in Berlin, nahm inzwischen am preußisch-deutschen Krieg als Adjutant des 25. Infanterieregiments teil und wurde im Mai 1869 zum Großen Generalstab befehligt. Während des deutsch-französischen Krieges war er Adjutant beim Generalgouvernement der Küstenverteidigung, wurde im November 1871 Hauptmann und, indes er vom September 1878 bis November 1879 zur ostrumelischen Grenzregulierungskommission abgeordnet war, im Oktober 1879 Major. Seit Juli 1888 (als Oberstleutnant) Abteilungschef im Großen Generalstab, erhielt er im November d. J. das Kommando des 46. Infanterieregiments, wurde 1889 Oberst, 1892 Generalmajor und Kommandeur der 69. Infanteriebrigade, nahm jedoch 1893 seinen Abschied und lebt in Wernigerode. Er übertrug Wenjukows »Russisch-asiatische Grenzlande« ins Deutsche (Leipz. 1874) und schrieb: »Rußland in Asien« (das. 1895–1904, bis jetzt 7 Bde.), »Geschichte der Entwickelung des russischen Heeres von der Thronbesteigung des Kaisers Nikolai I.« (das. 1897, als Fortsetzung von Steins »Geschichte des russischen Heeres«). Ferner bearbeitete er die offizielle russische »Geschichte des russisch-türkischen Krieges auf der Balkanhalbinsel« in deutscher Sprache (Bd. 1: bis zur ersten Schlacht von Plewna; Berl. 1902).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 11. Leipzig 1907, S. 558.
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