Linton

[586] Linton (spr. linnt'n), 1) William James, engl. Illustrator und Holzschneider, geb. 1812 bei London, gest. 30. Dez. 1897 in New Haven, bildete sich unter dem Kupferstecher Bonner aus, widmete sich aber dann der Illustration und dem Holzschnitt, den er zu großer Leistungsfähigkeit entwickelte. 1846 und 1847 illustrierte er die Geschichte der Holzschneidekunst für die »Illustrated London News«, 1860 die »Werke verstorbener britischer Maler« für die »Art-Union«, 1864 das von seiner Gattin (s. unten) verfaßte Buch »The lake country«, 1869 Hollands Gedicht »Kathrina«, 1877 Bryants »Flood of years« und 1878 dessen »Thanatopsis«. 1867 zog er nach den Vereinigten Staaten, lebte einige Jahre in New York und liest sich zuletzt in New Haven (Connecticut) nieder, wo er ein großes Institut für Holzschneidekunst begründete, das einen bedeutenden Einfluß auf die virtuose Ausbildung der nordamerikanischen Holzschneidekunst im malerischen Sinn übte. L. malte auch in Aquarell und war auch als Schriftsteller tätig. Er gab heraus: »Clarible, and other poems« (1865); »Practical hints on wood-engraving« (1879); »History of wood-engraving in America« (1882); »Wood-engraving, a manual of instruction« (1884); ferner Biographien von Thomas Paine, Mazzini (1892), Whittier (1893) u.a.

2) Elizabeth, geborne Lynn, engl. Schriftstellerin, geb. 10. Febr. 1822 zu Derwentwater in Cumberland, seit 1858 Gattin des vorigen, lebte in London und starb daselbst 15. Juli 1898. Sie hatte sich in Italien eng an den Dichter Landor (s. d.) angeschlossen, dessen »literarische Adoptivtochter« sie sich nannte. Auf ihre historischen Romane: »Azeth the Egyptian« (1846), »Amymome, a romance of the days of Pericles« (1848), folgte der moderne: »Realities of modern life« (1851). Ihre bedeutendste Arbeit (auch nach ihrer eignen Meinung) ist »The true history of Joshua Davidson« (1872, 11. Aufl. 1891), doch diente hier der Roman nur zur Maskierung des Pamphlets. Ihr Talent lag vielmehr auf der Seite des Essays. Aufsehen erregte ihre Schrift »The girl of the period, and other social essays« (1883, 2 Bde.), deren Titel sprichwörtlich geworden ist. In bezug auf die Frauenrechte war sie schon früher in dem Buch »Ourselves. Essays on women« (1867 u. ö.) den Übertreibungen mancher Vorfechterinnen entgegengetreten. Vgl. ihre Schrift »My literary life« (Lond. 1899) und G. S. Layard, Mrs. Lynn L., her life, letters, and opinions (das. 1901).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 12. Leipzig 1908, S. 586.
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