Markneukirchen

[322] Markneukirchen, Stadt in der sächs. Kreish. Zwickau, Amtsh. Ölsnitz, am Elstergebirge und an der Staatsbahnlinie Aue-Adorf, 504 m ü. M., hat eine evang. Kirche, ein Lutherdenkmal, Bismarcksäule, eine Fachschule für Musikinstrumentenmacher mit Musikvorschule, ein Gewerbemuseum, eine reichhaltige Sammlung von Musikinstrumenten, Amtsgericht, Reichsbanknebenstelle, eine Konsularagentur der Vereinigten Staaten und (1900) 7847 meist evang. Einwohner. M. ist Hauptsitz der Fabrikation von Musikinstrumenten (Streich-, Schlag- und Blasinstrumente) in Deutschland sowie der Herstellung von Musikinstrumententeilen, Darm- und Drahtsaiten. Die Industrie wurde hier während des Dreißigjährigen Krieges durch Protestanten aus Böhmen begründet und produziert jetzt Instrumente im Werte von jährlich etwa 10 Mill. Mk., die nach allen Erdteilen ausgeführt werden. Außerdem hat die Stadt Buch- und Steindruckerei, Fabrikation von Kartonnagen, Metallwaren und Signalinstrumenten sowie Dampftischlerei. – M. wird zuerst 1360 urkundlich erwähnt und erhielt 1627 Stadtgerechtigkeit; nach dem großen Brande von 1870 ist es fast ganz neu erbaut. Vgl. Berthold und Fürstenau, Die Fabrikation musikalischer Instrumente im sächsischen Voigtlande (Leipz. 1876).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 13. Leipzig 1908, S. 322.
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