Mitra [2]

[913] Mitra, in der Vedareligion der Inder ein Lichtgott, einer der Aditja (s. d.), wurde gewöhnlich mit Varuna (s. d.) angerufen, mit dessen Funktionen die seinigen verschmolzen erscheinen. Er vertritt das himmlische Licht in der Tageszeit, wie Varuna vorzugsweise am nächtlichen Himmel herrscht, und ist wie dieser ein Wächter der Wahrheit, der Treue, des Rechts. Genetisch hängt der vedische M. mit dem persischen Mithra (s. d.) zusammen. Als ursprüngliche Bedeutung des Paares Mitra-Varuna vermuten einige Sonne und Mond (s. Aditja). Vgl. Hillebrandt, Vedische Mythologie, Bd. 3, S. 53 ff. (Bresl. 1902).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 13. Leipzig 1908, S. 913.
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