Saliēri

[467] Saliēri, Antonio, Komponist, geb. 19. Aug. 1750 in Legnano, gest. 7. Mai 1825 in Wien, Schüler von Fl. Gaßmann in Wien und 1774 dessen Nachfolger als kaiserlicher Kammerorganist und Dirigent der italienischen Oper; brachte seit 1770 ca. 40 Opern auf die Bühne und erlangte ein großes Ansehen als Komponist, Dirigent und Lehrer. Entscheidend für sein Renommee wurde die französische Oper »Les Danaïdes«, die er in Stellvertretung des mit der Komposition beauftragten Gluck für Paris schrieb und die 1784 mit großem Erfolg als Werk Glucks in Szene ging (erst nach der 12. Ausführung wurde S. als Komponist genannt). Weiter sind hervorzuheben die ebenfalls für Paris geschriebenen »Les Horaces« (1786) und »Tarare« (1787, italienisch als »Axur ré d'Ormus«) sowie das deutsche Singspiel »Der Rauchfangkehrer« (Wien 1781). 1788 avancierte S. zum Hofkapellmeister als Nachfolger Bonnos. 1824 trat er in Ruhestand. Außer seinen Opern hat S. viele Kirchenkompositionen (Messen, Tedeums, Gradualien), auch Oratorien, kleine Singstücke aller Art und einige wenige Konzerte sowie Instrumentalsachen geschrieben. Vgl. v. Mosel, Leben und Werke des Anton S. (Wien 1827); A. v. Hermann, Antonio S. (das. 1898).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 17. Leipzig 1909, S. 467-468.
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