Selnecker

[324] Selnecker, Nikolaus, namhafter Theolog des Reformationszeitalters, geb. 5. oder 6. Dez. 1530 in Hersbruck bei Nürnberg, gest. 24. Mai 1592 in Leipzig, studierte in Wittenberg, wo er in Melanchthons Haus Aufnahme fand, ward 1558 Hofprediger in Dresden, 1561 Professor der Theologie in Jena und, 1568 als Philippist dieser Stelle entsetzt, Professor in Leipzig, 1570 Hofprediger und Kirchenrat in Wolfenbüttel, in welcher Stellung er die Universität in Helmstedt gründete, kehrte 1574 als Pastor nach Leipzig zurück, wandte sich nun vom Philippismus ab, wurde deshalb seines Amtes entsetzt und erhielt die Superintendentur in Hildesheim. Er hat hervorragenden Anteil an der Konkordienformel (s. d.) genommen. Aus seinen 175 Druckschriften sind hervorzuheben:[324] »Institutio religionis christianae« (1572) und das »Examen ordinandorum«, erstere Schrift im Geiste Melanchthons, letztere im Sinne des strengen Luthertums. Auch hat S. viele Kirchenlieder (neue Ausg., Halle 1855) gedichtet. Vgl. Buchwald, Nikolaus S. (in »Unsere Kirchenliederdichter«, Bd. 4, Hamb. 1905).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 18. Leipzig 1909, S. 324-325.
Lizenz:
Faksimiles:
324 | 325
Kategorien: