Stollen

[59] Stollen, 1) ein annähernd horizontaler, vom Tage ausgehender unterirdischer Grubenbau; s. Bergbau, S. 664: Aufschließung. – 2) S. im Hufeisen sind eiserne Bolzen, die aus den Enden des Hufeisens bodenwärts hervorragen, um den hintern Teil des Hufeisens (ähnlich dem Stiefelabsatz) zu erhöhen oder um, namentlich bei Glätte im Winter, ein festes Eingreifen in den Boden zu ermöglichen. Für letztern Zweck sind die S. zugespitzt (scharf gemacht). Man hat auch Steck- und Schraubstollen, die bei glattem[60] Wege in das Eisen eingefügt und später wieder herausgenommen werden können (vgl. Hufeisen).

3) Ein brotlaibförmiger Kuchen mit Längskerbe, aus Weizenmehl mit Mandeln, Zitronat, Rosinen etc., stark mit Zucker bestreut, ist in Sachsen, Thüringen, Schlesien gebräuchlich. – 4) In der Poetik ein Teil der Strophe der alten Minnelieder (s. Aufgesang und Abgesang).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 19. Leipzig 1909, S. 59-60.
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59 | 60
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Dresdner Stollen

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