Taschentücher

[332] Taschentücher (Schnupftücher), leinene, baumwollene oder seidene abgepaßte weiße, einfarbige, bunt bedruckte und gemusterte Gewebe, oft bestickt und mit kostbaren Spitzen verziert. T. waren noch im 16. Jahrh. Luxusartikel, die zuerst in Italien (s. Fazilletlein) aufkamen und sich von da nach Frankreich, England und dem übrigen Europa, zunächst nur zum Gebrauch der Damen, verbreiteten. Schon damals wurden sie mit Spitzen und Stickereien geschmückt und parfümiert (mouchoir de Vénus). Auch im Orient waren sie anfangs nur ein Vorrecht der Fürsten und höhern Würdenträger, die T. im Gürtel trugen. Das Zuwerfen von Taschentüchern, besonders an Frauen, war eine Gunstbezeigung und wird heute noch in der Türkei in diesem Sinne geübt.[332]

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 19. Leipzig 1909, S. 332-333.
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