Barnum

[337] Barnum (spr. Barnomm), P. Taylor, der König des Humbugs, geb. am 5. Juli 1810 zu Danbury in Connecticut von armen Eltern; nach dem Tode seines Vaters 1826 war er aus sich selbst angewiesen u. mußte sich sein tägliches Brod zu verdienen suchen; er wurde Diener in einem kleinen Laden auf dem Lande, heirathete in seinem 19. Jahre, gab dann eine Zeitung in seiner Vaterstadt heraus, wurde aber wegen mehrerer Libelle verhaftet u. bestraft. Später widmete er sich ohne Erfolg dem Geschäft Sieben in Connecticut u. New-York, bis ihn 1835 eine herumziehende Schauspielergesellschaft u. später eine Kunstreitergesellschaft engagirte. 1842 lauste er das Amerikanische Museum in New-York, welches unter seiner Leitung sich bald bedeutend hob; 1843 verband er sich mit dem Zwerg Tom Thumb, den er erst 1 Jahr in seinem Museum für Geld sehen ließ, dann mit ihm nach Europa ging u. 3 Jahre lang an allen bedeutenderen fürstlichen Höfen zeigte; er lehrte mit einem beträchtlichen Vermögen nach Amerika zurück. 1850 engagirte er Jenny Lind, durchreiste mit ihr die Vereinigten Staaten u. verdiente außer den der Jenny Lind bezahlten 300,000 Dollars, in 9 Monaten nahe an 500,000 Dollars. Er erbaute sich eine große orientalische Villa, Iranistan genannt, zu Bridgeport in Connecticut, wo er mit seiner Familie wohnt, dabei aber sein Museum in New-York verwaltet; 1856 machte er Bankerot. Er beschrieb sein Leben, 1854 (deutsch von Drugulin, Lpz. 1856).

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 2. Altenburg 1857, S. 337.
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