Bremer Grün

[273] Bremer Grün, ein in der Ölmalerei wegen seiner Beständigkeit gern angewandtes Pigment, kommt in lichtblauen Stücken (Bremer Blau) von lockerer Structur in den Handel u. ist eigentlich nichts anderes als Kupferoxydlydrat. Durch die Verbindung mit dem Öle geht die blaue Farbe binnen etwa 24 Stunden in ein feuriges Grün über, daher die Benennung B. G. Man benutzt es auch als Leimfarbe zum blauen Anstrich. Der Hitze ausgesetzt, geht es in schwarzbraunes Kupferoxyd über. Zur Fabrikation, welche bes. in Bremen, ferner auch in Minden Kassel, Eisenach etc. betrieben wird, bedient man sich des Kochsalzes, Kupfervitriols u. Kupferblechs. Die beiden ersten zu ziemlich gleichen Gewichtstheilen werden unter Zusatz von etwas Wasser zu einem homogenen dicken Brei gemahlen. Zu diesem Brei kommt eine[273] der halben Gewichtsmenge desselben gleiche Quantität altes, in kleine Stücke geschnittenes Kupferblech, u. zwar so, daß eine Lage Brei von 1/2 Zoll Dicke mit einer Lage Blech abwechselt. Das Ganze bleibt etwa 3 Monate in dem eichenen, nicht mit Eisen beschlagenen Oxydationsbottich u. wird während der Zeit zur Beförderung der Oxydation wöchentlich mindestens einmal mit einer kupfernen Schaufel umgeschaufelt. Danach wird die Masse mit Wasser verdünnt, von dem Rückstande des Kupferblechs befreit u. filtrirt. Der gewonnene Schlamm wird erst mit Salzsäure, dann, nach 36 Stunden in einem anderen Bottich, dem Blauback, mit farbloser ätzender Kalilauge behandelt, wodurch das grüne basisch salzsaure Kupferoxyd völlig zersetzt u. in Kupferoxydhydrat mit der eigentümlich etwas ins Grüne stechenden blauen Farbe verwandelt wird. Die mit Wasser ausgewaschene Farbe preßt man im Filtrirbeutel aus, schneidet die weiche Nasse in Stücke u. läßt diese an der Luft trocknen.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 3. Altenburg 1857, S. 273-274.
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