Cook [1]

[423] Cook (spr. Kuhl), James, geb. 27. Oct. 1728 zu Marton in Yorkshire von armen Eltern, kam 13 Jahre alt auf ein Kohlenschiff u. war auf demselben 7 Jahre Matrose, dann Schiffskoch, dann Steuermannsgehülfe. Hier begann er Mathematik u. die Schiffswissenschaft zu studiren, machte mehrere bedeutende Seereisen, nahm 1759 auf der Flotte Dienste u. zeichnete sich als Schiffsmeister aus, indem er eine Expedition den Lorenzstrom hinauf bis nach Quebeck führte. 1764–67 nahm er die Küste von Neu-Foundland auf u. lieferte davon Specialkarten; er kehrte hierauf nach England zurück u. lebte auf einem kleinen Grundstück bei London bis 1769, wo er Schiffslieutenant wurde u. den Auftrag erhielt, ein Schiff, zur Beobachtung des Durchgangs der Venus durch die Sonne, auf der Fahrt nach Otahaiti, mit Banks u. Solander, zu führen. C. suchte bis zum 40° südl. Br. das vermuthete Südland, constatirte dann, daß Neu-Seeland aus zwei Inseln bestehe, weshalb die Meerenge zwischen beiden nach ihm Cooksstraße genannt wurde, entdeckte die Meerenge zwischen Neu-Guinea u. Neu-Holland u. kehrte nach Umschiffung der Erde nach Europa zurück. Am 17. Juli 1772 verließ C. England mit zwei Schiffen, um abermals im Südmeere Forschungen anzustellen; Reinhold u. Georg Forster u. Sparrmann begleiteten ihn. Er drang bis zum 71° südl. Breite vor, fand aber seinen Weg durch ein Eisfeld[423] versperrt, durchschiffte die Südsee u. kehrte nach 3 Jahren u. 8 Monaten nach England zurück. Zum Schiffscapitän ernannt, erhielt er eine Stelle im Hospital von Greenwich. Im Juni 1776 unternahm er eine dritte Fahrt, um die nördliche Durchfahrt aus dem Atlantischen in den Stillen Ocean aufzufinden. Er segelte über das Cap nach den Freundschafts-, Gesellschafts- u. Sandwichsinseln, an Westamerika hinauf, nach der Behringsstraße, welche ebenfalls Cooksstraße nach ihm genannt wird, durch die er jedoch, vom Eis gehindert, vergebens vorzudringen strebte. Er kehrte nun nach den Sandwichsinseln zurück, wo er bei einem blutigen Zusammentreffen mit den Eingeborenen den 14. Febr. 1779 erschlagen wurde. Seine erste Reise gab Hawkesworth, Lond. 1773, 3 Bde., heraus; Berl. 1775, 4 Bde. (deutsch von J. F. Schiller, ebd. 1774, 3 Bde.); die zweite Reise Lond. 1777, 2 Bde., auch von G. Forster u. J. R. Forster 1777; Berl. 1784, 3 Bde. (deutsch von J. R. Forster, ebd. 1778–80, 2 Bde.); die dritte Reise Lond. 1784, 3 Bde., Berl. 1789, 4 Bde. (deutsch von G. Forster, ebd. 1787 f., 2 Bde., von Wetzel, Ansb. 1787–1811, 5 Bde.); Lebensbeschreibung C-s von Kippis, Lond. 1788; von Wiedmann, Erl. 1789 f., 2. Bde. Die vollständige Suite der französischen Übersetzungen in bester Ausgabe, Par. 1774–89, 20 Bde.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 4. Altenburg 1858, S. 423-424.
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