Deckelschnecken

[784] Deckelschnecken, Schnecken, welche zur Verschließung der Mündung einen besonderen Deckel haben. Dieser ist horn- od. kalkartig u. besteht aus concentrischen Ringen, ist etwas vertieft u. durch Muskeln an das Fleisch befestigt u. zwar so, daß wenn sich die Schnecke in das Haus zurückgezogen hat, er sich vor die Mündung legt u. diese verschließt. Einige, z.B. die Gartenschnecke, schwitzen, wenn sie sich zum Winterschlaf zurückgezogen, Kalkerde aus, welche, wenn sie verhärtet ist, ebenfalls einen Deckel, aber ohne Spirallinie bildet, u. im Frühjahr beim Erwachen, durch einen Saft der Schnecke wieder aufgelöst wird (uneigentliche D-schnecken). Jene Deckel werden von der Größe eines Thalers bis zur Größe einer Linse häufig durchs Meer ausgeworfen u. heißen Mondaugen, Benus- (Meer-)nabel, Meerbohnen, riechende Nägel etc.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 4. Altenburg 1858, S. 784.
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