Ipomäa

[52] Ipomäa (I. L., Trichter- od. Jalapwinde), Pflanzengattung aus der Familie der Convolvulaceae-Convolvuleae, 5. Kl. 1. Ordn. L.; Arten zahlreich, sämmtlich ausländisch: I. coccinea, aus Domingo, scharlachroth; I. Quamoclit, s. Quamoclit aus Ost- u. Westindien; I. nil, aus Ostindien u. vom Cap, blau blühend; I. purpurea u. I. violacea, aus Amerika u.a. m., werden nebst vielen anderen Arten als Zierpflanzen cultivirt. I. Jalapa (Batatas Jul.), an der Ostküste von Mexico, bis nach Nordamerika, mit großen lilafarbenen Blumen, großer, rundlicher od. rübenförmiger, 12–20 Pfund schwerer milchender Wurzel, wurde lange Zeit für die Mutterpflanze der Jalappewurzel gehalten. Ihre Wurzel kommt auch wohl unter der echten Jalappe als Verfälschung vor, dürfte aber mit gleichem Rechte für die graue, mexicanische Mechoacanna angesehen werden; I. Purga Wenderoth (I. Schiedeana Zucc.), 8–10 Fuß hohes, Schatten u. Feuchtigkeit liebendes Windengewächs, mit unbehaartem röthlichem Stängel, herzförmig zugespitzten Blättern, granatrothen Blüthen, mit flach tellerförmig ausgebildetem Saume, am östlichen Abhange der Mexicanischen Anden, Mutterpflanze der echten Jalappe; I. orizabensis Pellet., bei Orizaba in Mexico, mit wenig windendem, reich behaartem Stängel, großen herzförmigen, zugerundeten, kurz gespitzten Blättern, glockenförmigen, dunkelpurpurrothen Blumen; die dicke, spindelförmige, im frischen Zustande milchende Wurzel kommt als leichte, od. spindelförmige Jalappenwurzel, auch Jalappenstängel in den Handel, u. heißt in Mexico Purcha macho, d.i. männliche Jalappe; I. operculata Mart., in Brasilien, glatt, mit geflügelt eckigem Stängel, hand- od. fußförmige fünftheilige Blätter, eingedrückter, kugliger, mit einem rundum abspringenden Deckel sich öffnender Kapsel; die große knollig verdickte Wurzel ist die weißgelbe od. brasilische Jalappe, die in Brasilien als Purgiermittel benutzt wird; I. turpethum R. Br., in Ostindien u. Australien, mit windendem fingersdickem Stängel, herzförmigen, etwas stumpfeckigen Blättern, geflügelten Blattstielen, weißen, denen unserer Zaunwinde ähnlichen Blumen, gibt die Turbithwurzel; I. hederacea superba, Zierpflanze, jähriges Sommergewächs; die großen breiten Blumen sind sehr weit gebaut, vom köstlichsten Azurblau mit breiter weißer Einfassung; I. Karwinskjana Begl., Zierpflanze für das Warmhaus mit milchweißen, im Grunde violettpurpurnen Blumen, blüht im Juli u. hält ihre Corolle fast den ganzen Tag offen.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 9. Altenburg 1860, S. 52.
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