Kluppe

[594] Kluppe, 1) überhaupt ein gespaltenes Werkzeug; 2) mehre Arten Zangen, bes. kleinere (Klüppchen od. Kluppzange) zum Fassen u. Festhalten kleiner Gegenstände, eben so die Neppzange des Webers zum Ausrupfen von Knoten, losen Faden u. Splitterchen aus dem Gewebe; 3) (Fensterkluppe), eiserne Formen, in welchen den Fensterbeschlägen die gehörige Form gegeben wird; 4) gespaltenes Holz, womit Pferden die Nase eingeklemmt wird, um sie zu bändigen; 5) (Kluppholz), ähnliches Werkzeug beim Castriren der Thiere, vgl. Klopfhengst; 6) mehre kleinere, eßbare Vögel, welche zum Verkauf zwischen zwei dünne Hölzer geklemmt sind; von den größeren Drosselarten, welche durch eine durch die Nasenlöcher gezogene Feder an einander befestigt werden, rechnet man zwei, von den kleinen vier u. von noch kleineren (gerupften) Vögeln acht bis zwölf Stücke auf eine K.; 7) (Schraubenkluppe), Wertzeug zum Schneiden der metallenen Schraubenspindeln, in einem eisernen rahmenartigen Gestell mit zwei Handgriffen liegen zwei od. vier stählerne Schneidbacken, welche durch Stellschrauben einander genähert werden können u. mit Schraubengängen versehen sind; die zu schneidende Spindel spann man in dem Schraubenstocke fest, klemmt sie oben zwischen die Schneidbacken u. dreht nun die K. an ihren Handgriffen um; od. man läßt die Spindel auf einer Drehbank umlaufen u. hält die K. mit de Hand fest; od. man befestigt die K. u. dreht die Spindel mittelst einer Kurbel um (Leierkluppe) Die K. zum Schneiden hölzerner Spindeln hat en hölzernes Gestell mit zwei Handgriffen; in das Mittelstück ist ein Schraubengewinde eingeschnitten, u. es dient während des Schneidens als Mutter für die zu schneidende Schraube; das Schneideisen (Geisfuß) ist auf einer der Flächen des Mittelstücks in einer Vertiefung tangential zu dem dort ausmündenden Schraubenloche befestigt.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 9. Altenburg 1860, S. 594.
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